So entsteht ein Manga

4: Das Zeichnen

Jetzt geht es erst richtig los: Wir zeichnen den Manga.
Auf Einzelheiten wie Anatomie etc. möchte ich hier nicht eingehen, Anmerkungen zu den Proportionen findet ihr hier an anderer Stelle und wer sich noch nicht so sicher ist, findet vielleicht in Zeichenbüchern Hilfe.

Achtet darauf ein gewisses Gleichgewicht zwischen Handlung, Schrift und Bildern einzuhalten (die Prioritäten liegen hierbei zuerst bei der Handlung, dann bei den Bildern und schließlich bei der Schrift). Versucht möglichst, die Bilder auch für sich sprechen zu lassen. Im Vergleich zum amerikanischen Comic legt der Manga nämlich viel mehr Wert auf Mimik und Gestik und verzichtet auf zu viele Kommentare der Figuren bzgl. ihrer Gefühle (während im US-Comic die Person sagt: "Oh Mann, bin ich geschafft", versucht der Manga durch die Zeichnung zu zeigen, wie erschöpft die Figur ist). Versucht auch durch eure Bilder eine gewisse Stimmung oder Atmosphäre zu erzeugen. Dabei könnt ihr euch an den Mangas der Profis orientieren (wie vermitteln sie ein romantisches, bedrohliches oder trauriges Feeling?).

Wichtig beim Manga, besonders beim Shojo-Manga (Mädchen-Manga), ist die Verteilung der Panels, also der einzelnen Bilder. Während die Bilder beim amerikanischen Comic oft mehr oder weniger gleichmäßig angeordnet werden, besitzt der Manga-Zeichner was Größe Form und Position der Panels angeht nahezu unbegrenzte Freiheiten. Beim Shojo-Manga haben manche Bilder oft auch gar keinen Rahmen, sondern liegen einfach über anderen Panels. Auch hier orientiert ihr euch am besten an den Profis, wenn ihr das Gefühl für die Panels noch nicht entwickelt habt (so wie ich ;-)).


Wenn ich mir unsicher bin, wie ich die Bilder auf einer bestimmten Seite aufteilen soll, probiere ich auf einem Schmierblatt verschiedene Möglichkeiten aus, wobei ich die Figuren, Sprechblasen etc. sehr skizzenhaft einzeichne (ähnlich wie beim Storyboard im Film).
Manche Profis fertigen erst von ihrem ganzen Manga so einen Vor-Entwurf an, ich habe jedoch meist spontan eine Bildaufteilung im Kopf.


Wenn ihr euren Manga mit Bleistift fertig gezeichnet habt, müsst ihr die Linien noch mit einem schwarzen Fineliner oder mit Feder und Tusche wie die Profis nachziehen, damit ihr die Bilder besser einscannen und (oder) weiterbearbeiten könnt.

Zurück

© by Neptun
www.planetenkrieger.de
Kein Menü? Hier klicken!