Dädalus und Ikarus

...der Traum vom Fliegen...

Dädalus war ein Nachfahre des Gottes Hephaistos und ein begnadeter Techniker. Doch er war auch sehr eifersüchtig: Als sein Schüler die Säge erfand, stürzte er diesen vom Dach...
Um sich nicht vor dem Gericht in seiner Heimatstadt Athen verantworten zu müssen, floh er mit seinem Sohn Ikarus nach Kreta.

Dort baute er für König Minos das sagenhafte Labyrinth ohne Ausgang - doch er erfand auch eine mechanische Kuh für die Frau des Königs, denn diese hatte sich in einen Stier verliebt. Aus dieser Liebe zwischen Frau und Stier ging der Minotaurus hervor, der halb Tier, halb Mensch war.

Als König Minos von all dem erfuhr, sperrte er das Ungeheuer in das Labyrinth und verbot Dädalus und Ikarus, die Insel zu verlassen.
Aber die beiden wollten fliehen und ersannen einen Plan: Weil Minos alle Schiffe kontrollierte, wollten die beiden sich Flügel bauen und durch die Luft fliehen.

Als der Tag der Flucht gekommen war, stieg Dädalus mit seinem Sohn auf einen hohen Felsen nahe dem Meer und schärfte Ikarus noch einmal ein, ja nicht zu hoch (die Sonne könnte das Wachs schmelzen, mit dem die Federn an den Flügeln befestigt waren) oder zu tief (die Gischt des Meeres könnte seine Flügel durchnässen) zu fliegen.
Dann flogen die beiden los und waren bald schon über dem offenen Meer. Der junge Ikarus genoß das Fliegen und stieg übermütig immer höher in den Himmel hinauf.

Doch dann geschah es: Er kam der glühenden Sonne zu nahe und was sein Vater prophezeit hatte, trat ein. Ikarus verlor seine Federn, stürzte tief hinab ins Meer und ertrank. Die Insel, auf der man später seinen angespülten Leichnam fand, heißt heute noch ihm zu Ehren "Ikaria".

Dädalus trauerte sehr um den Verlust seines Sohnes, gelangte aber wohlbehalten nach Sizilien, wo ihn der König Kokalos freundlich empfing. Kokalos beschützte ihn später auch vor Minos, der seinen entflohenen Techniker zurückholen wollte.
So lebte Dädalus noch lange und machte noch viele große Erfindungen.

Dädalus gilt heute als Ahnherr aller Techniker und Bildhauer (er soll auch die ersten großen Statuen geschaffen haben), während Ikarus immer wieder gerne als schlechtes Beispiel dafür hergenommen wird, wozu jugendlicher Leichtsinn doch führen kann.

Wenn du dich näher für klassische Sagen interessierst, kann ich das Buch "50 Klassiker: Mythen" sehr empfehlen. Es erzählt auf sehr unterhaltsame Weise die 50 berühmtesten griechisch-römischen Sagen und liefert spannende Hintergrundinformationen.

Weiterempfehlen:

Die Planetenkrieger - im weltweiten Netz seit 2000